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11.11.2011 | Energie, Klima- und Umweltschutz, Stadtplanung

Oracle Studie belegt: Die Vision einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bis 2050 erfordert eine Revolution im Energiemarkt

Studie von The Future Laboratory mit einem weltweiten Expertengremium zeigt die Herausforderungen auf dem Weg zum Smart Grid und zur Smart Energy.

Oracle hat die Studie "Future of Energy" veröffentlicht, die in Kooperation mit The Future Laboratory durchgeführt wurde, einem auf Zukunftsforschung spezialisierten Beratungsunternehmen.
Die Studie zeigt auf, welche Rolle Smart Grids beim Erreichen der Energieeffizienzziele spielen werden, die die Low Carbon 2050 Strategy der Europäischen Union festgelegt hat. Diese fordert bis zum Jahr 2050 eine Reduzierung des Treibhausgasausstoßes von 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990.

Die Studie beschäftigt sich mit den Herausforderungen für die Industrie und Gesellschaft, die es in den nächsten vier Jahrzehnten im Bereich der Stromversorgung zu meistern gilt, und den Trends, die damit einhergehen. Insbesondere berücksichtigt die Studie folgende Länder und Regionen: United Kingdom, Spanien und Portugal, Niederlande, Türkei, Russland, Naher Osten, Deutschland, Polen und Skandinavien.

Ein Expertengremium aus der Region EMEA hat dafür untersucht, wie sich die Kohlenmonoxid-Emmissionsziele bis 2050 mittels Investitionen kommerzieller Art, dem Engagement der Verbraucher und politischen Vorgaben erreichen lassen. Dem Gremium gehörten unter anderem an: Hans Martens, Chief Executive der European Policy Commission, Will Pearson, Analyst der Eurasia Group, dem weltweit führenden Political Risk Research- und Beratungsunternehmen, und Monica Stajnarova, Volkswirtin des europäischen Verbraucherverbands BEUC.
Darüber hinaus nahmen die Experten Stellung zur Rolle der Technologie bei der Entwicklung der zukünftigen intelligenten Stromversorgung.

Die zentralen Erkenntnisse und Ergebnisse der Studie:
Regierungen und öffentliche Versorgungseinrichtungen haben auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz entsprechende Anreizprogramme und mehr Wahlfreiheit durch flexiblere Systeme geschaffen: Mit einer Reihe von Incentives sollen Konsumenten motiviert werden, ihren Energiebedarf zu reduzieren. Durch die Einführung entsprechender Gesetze sollen Veränderungen forciert werden.

Eine entscheidende Rolle auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Elektrizitätsversorgung werden neben der Nachfrage Smart Grids spielen, die in der Lage sind, saubere Energien wie beispielsweise Wind und Solarenergie zu integrieren und die Stromversorgung effizient zu regeln.
Darüber hinaus werden die Daten im "Power Grid der Zukunft" genauso wichtig sein wie die Energie selbst und die erfolgreiche Interpretation dieser Daten wird wesentlich bei der sicheren Energieversorgung sein.
Außerdem wird es nur mithilfe der Informations- und Kommunikationstechnologie möglich sein, Daten so zu agreggieren, dass mit ihrer Nutzung der Energiewandel unterstützt werden kann.

Folgende Schlüsseltechnologien spielen eine zentrale Rolle, um die steigende Elektrizitätsnachfrage zu decken:
Eine zuverlässige Elektrizitätsversorgung, die umso wichtiger wird, je mehr sich die Gesamtwirtschaft in Abhängigkeit von digitalen Technologien begibt. Innovative Werkzeuge zur Steuerung der Nachfrage, indem Verbraucher animiert werden, den Strombedarf außerhalb der Spitzenzeiten zu decken. Intelligente Informationssysteme, die in der Lage sind, nahezu in Echtzeit zu reagieren, und auf diese Weise eine dynamische Preisbildung ermöglichen und den Kunden differenzierte Strompreise auf Echtzeit-Basis liefern. Die schnelle Verfügbarkeit von Verbraucherdaten und dynamischen Energietarifen, um die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und damit des Wettbewerbs zu fördern.

Auf der anderen Seite deckt die Studie auch eine Reihe von Schwachstellen auf, die die Entwicklung eines Smart Grid behindern. So wird beispielsweise noch nicht genug in das Bewusstsein und die Aufklärung der Verbraucher investiert und es gibt keine festgelegten, gemeinsamen Standards. Darüber hinaus ist es erforderlich, End-to-End-Datenschutz und -Sicherheit zu gewährleisten.

Nach Meinung der Experten wird auch die schnelle Einführung von Elektrofahrzeugen einen ganz wesentlichen Einfluss auf Smart Grids haben. Damit werden Investitionen in die Infrastruktur und neue Services forciert und das öffentliche Bewusstsein und Engagement gestärkt.

Die Schlussfolgerung der "Future of Energy" Studie lautet, dass vielerorts übereinstimmende Ziele der Versorgungssicherheit, reduzierter Emissionen und kontinuierlichen Wirtschaftswachstums die Entwicklung eines Smart Grid bedingen. Dieses muss in der Lage sein, für Energieeffizienz zu sorgen, die Nachfrage zu decken und erneuerbare und variable Energiequellen zu integrieren.

Bastian Fischer, Vice President Industry Strategy bei Oracle Utilities:
"Smart Grids sind entscheidend, um bis 2050 intelligente Energienetze bereitzustellen und die Energieeffizienzziele zu erfüllen. Mithilfe von Smart Grids erhalten Versorgungsunternehmen neue Datenanalysemöglichkeiten, die einen granularen Einblick in die Verbrauchsgewohnheiten der Konsumenten und nahezu einen Echtzeit-Status ihres Verteilungsnetzwerks liefern. Außerdem ermöglichen sie eine bessere Planung für konventionelle und erneuerbare Energieversorgungsquellen und eine Optimierung der Netzwerk-Assets. Obwohl einige Länder schon große Fortschritte gemacht haben, ist der Weg zum Smart Grid noch lange. Insbesondere die Gewährleistung des Datenschutzes wird eine wichtige Rolle spielen, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen und sie an der Einführung von "intelligenter Energie" zu beteiligen."

http://www.oracle.com