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18.11.2010 | Klima- und Umweltschutz

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Vorreiter im Klimaschutz: Neun Kommunen ausgezeichnet - 240.000 Euro Preisgeld fließt in weitere Klimaschutzprojekte

Heute wurden in Bonn die Gewinner des Wettbewerbs - Kommunaler Klimaschutz 2010 - bekannt gegeben. Initiator des Wettbewerbs ist das Bundesumweltministerium in Kooperation mit der - Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu).

Die Auszeichnung erhielten Kommunen und Regionen, die besonders vorbildliche Maßnahmen, Strategien oder Aktionen im Klimaschutz umgesetzt haben.
Die Preise wurden von der Parlamentarischen Staatssekretärin Katherina Reiche überreicht: "Heute wird deutlich: Klimaschutz hat in den Kommunen einen großen Stellenwert eingenommen. Trotz knapper Kassen engagieren Sie sich sehr erfolgreich und spornen damit andere an. Sie haben erkannt, welche ökonomischen Chancen sich aus Investitionen in den Klimaschutz ergeben. Sie leisten einen starken Beitrag dazu, dass Deutschland bis 2050 den Ausstoß an Treibhausgasen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 reduziert."

Ausgezeichnet wurden:

Kategorie 1:
Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen für den Klimaschutz in einem kommunalen Gebäude oder einer kommunalen Einrichtung
70 Bewerbungen,
Preisgeld: jeweils 40.000 Euro
- Gemeinde Wiernsheim (Baden-Württemberg) für ihren "Kommunalen Plus-Energie-Kindergarten"
- Stadt Baesweiler (Nordrhein-Westfalen) für die Modernisierung und energetische Sanierung von Trakt 1 des Gymnasiums Baesweiler
- Stadt Nürnberg (Bayern) für den Neubau des Passivhauses "südpunkt - Forum für Bildung und Kultur"

Kategorie 2:
Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes
57 Bewerbungen,
Preisgeld: jeweils 20.000 Euro
- Schwalm-Eder-Kreis (Hessen) für das Projekt "Energie sparen an Schulen"
- Landeshauptstadt Hannover (Niedersachsen) für die "Klima-Allianz Hannover 2020"
- Landkreis Fürstenfeldbruck (Bayern) für die "Fürstenfeldbrucker Energieresolution
- 10 Jahre auf dem Weg zur Energiewende"

Kategorie 3:
Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen
45 Bewerbungen,
Preisgeld: jeweils 20.000 Euro
- Region Bayreuth (Bayern) für die Klimaschutzkampagne "Frei von CO2 - sei mit dabei"
- Stadt Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) für die Aktion "Urlaub für das eigene Auto"
- Stadt Viernheim (Hessen) für die "Energiekarawane"

Die Bewerbungen konnten von Mitte Januar bis zum 31. März 2010 eingereicht werden. Insgesamt beteiligten sich 172 Kommunen und Regionen am Wettbewerb. Die Preisgelder sind wieder in Klimaschutzprojekte zu investieren. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Konferenz "Kommunalen Klimaschutz erfolgreich gestalten!" statt, ausgerichtet vom Bundesumweltministerium und der "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" beim Difu in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden.

Die Projekte der Gewinnerkommunen:

Kategorie 1: Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen für den Klimaschutz in einem kommunalen Gebäude oder einer kommunalen Einrichtung

Gemeinde Wiernsheim (Baden-Württemberg):
"Kommunaler Plus-Energie-Kindergarten"
Die Gemeinde Wiernsheim wird für ihr Projekt "Kommunaler Plus-Energie-Kindergarten" ausgezeichnet. Der im Ortsteil Serres gelegene Kindergarten verbindet auf beispielhafte Weise eine sehr hohe Energieeffizienz mit dem Einsatz erneuerbarer Energien. Durch eine Photovoltaikanlage erzeugt das in Passivhausbauweise errichtete Gebäude sogar mehr Strom, als gebraucht wird. Der Restwärmebedarf wird durch Erdwärme gedeckt.

Stadt Baesweiler (Nordrhein-Westfalen):
"Modernisierung und energetische Sanierung des Gymnasiums Baesweiler auf Passivhausstandard - Trakt 1"
Mit der Modernisierung und energetischen Sanierung ihres Gymnasiums auf Passivhausstandard hat die Stadt Baesweiler eindrucksvoll bewiesen, dass Gebäude aus den 1970er Jahren durch eine angemessene Sanierung hohe energetische Standards erreichen können. Das innovative Versorgungskonzept basiert auf der Nutzung von "passiver Kühlung" sowie dem Einsatz erneuerbarer Energien in Form von Erdwärme.

Stadt Nürnberg (Bayern):
"Neubau des Passivhauses ‚südpunkt - Forum für Bildung und Kultur’"
Der Neubau des Stadtteilzentrums in Passivbauweise stellte aufgrund des hohen Publikumsverkehrs und der verschiedenen Nutzungsarten eine besondere Herausforderung dar, die die Stadt Nürnberg mit innovativen Lösungen gemeistert hat. Auf der Basis eines Gesamtenergiekonzeptes wurden eine thermische, visuelle und akustische Behaglichkeit sowie eine hohe Energieeffizienz erreicht.

Kategorie 2: Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes

Schwalm-Eder-Kreis (Hessen):
"Energie sparen an Schulen"
Mit der gezielten Kombination aus bewusstseinsbildenden Maßnahmen sowie energetischen Sanierungsmaßnahmen hat der Schwalm-Eder-Kreis seit 1997 den Energieverbrauch an seinen 75 Schulen erfolgreich reduziert. In Kooperation mit verschiedenen Akteuren wurden vielfältige Maßnahmen umgesetzt, die neben einem sensiblen Umgang mit Energie und messbaren Einsparerfolgen auch die regionale Wertschöpfung stärken.

Landeshauptstadt Hannover (Niedersachsen):
"Klima-Allianz Hannover 2020"
Mit der Gründung der "Klima-Allianz Hannover 2020" im Jahr 2007 verfolgt die Landeshauptstadt Hannover eine vorbildliche, akteursübergreifende Strategie zur Entwicklung und Umsetzung ihres umfassenden Klimaschutzaktionsprogramms. Gemeinsam mit den Stadtwerken und rund 80 Allianz-Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen steuert die Stadt so kontinuierlich ihr ambitioniertes Ziel einer 40-prozentigen CO2-Einsparung bis 2020 an.

Landkreis Fürstenfeldbruck (Bayern):
"Fürstenfeldbrucker Energieresolution - 10 Jahre auf dem Weg zur Energiewende"
Seit der Veröffentlichung seiner "Energieresolution" im Jahr 2000 verfolgt der Landkreis das Ziel, seine Versorgung bis 2030 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen und damit eine Energiewende herbeizuführen. Mit der Gründung des akteursübergreifenden Vereins "ZIEL 21 - Zentrum Innovative Energien im Landkreis Fürstenfeldbruck e.V." hat er alle dafür erforderlichen Strukturen geschaffen.

Kategorie 3:
Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen

Region Bayreuth (Bayern):
"Klimaschutzkampagne ‚Frei von CO2 - sei mit dabei’"
Mit dieser Klimaschutzkampagne richtet sich die Region Bayreuth gezielt an Bevölkerung und Wirtschaft der Stadt und des Landkreises Bayreuth, um diese durch konkrete Handlungen zu einem aktiven Klimaschutz zu bewegen. Die außergewöhnlich gut strukturierte Kampagne zeichnet sich durch zahlreiche individuelle Ideen aus.

Stadt Wuppertal (Nordrhein-Westfalen):
"Urlaub für das eigene Auto"
Acht Wuppertaler Haushalte haben bei der Aktion "Urlaub für das eigene Auto" einen Monat lang öffentlichkeitswirksam freiwillig auf die Nutzung ihres Autos verzichtet. So ist es der Stadt Wuppertal gelungen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachhaltig zum Überdenken des eigenen Mobilitätsverhaltens zu bewegen, eine breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und darüber hinaus eine Diskussion über Defizite im Angebot für Fußgänger und Radfahrer oder im öffentlichen Personennahverkehranzustoßen.

Stadt Viernheim (Hessen):
"Energiekarawane"
Im Rahmen der Aktion "Energiekarawane" bietet die Stadt Viernheim Hauseigentümern eine kostenlose, umfassende Beratung zur energetischen Sanierung in den eigenen vier Wänden. Die originelle Aktion, die beim Auftakt mit echten Kamelen von Haus zu Haus zog, wurde zielgruppenspezifisch weiterentwickelt und wird durch ständige Evaluierung kontinuierlich verbessert.

www.kommunaler-klimaschutz.de/wettbewerb._

Kurzinfo: "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz"
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat 2008 eine umfassende Klimaschutzinitiative mit dem Ziel gestartet, die Potenziale für den Klimaschutz durch die Steigerung der Energieeffizienz und der Nutzung regenerativer Energien kostengünstig zu realisieren. Außerdem sollen zukunftsweisende Klimaschutztechnologien und innovative Ideen durch Modellprojekte unterstützt und verbreitet werden. Dazu wurden umfangreiche Förderprogramme aufgelegt. Die Kommunen gehören zu denzentralen Zielgruppen der Initiative, denn hier wird aufgrund der räumlichen Konzentration und unterschiedlichen Nutzungen (Wohnen, Gewerbe und Industrie, Verkehr, Freizeit) ein großer Teil klimarelevanter Emissionen erzeugt. Im Sommer 2008 wurde daher (gefördert durch das BMU) eine übergeordnete "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) eingerichtet. Sie dient als Service- und Beratungseinrichtung für Kommunen und bietet zugleich einen Wegweiser durch dieverschiedenen Förderbausteine.

Die Arbeit der bundesweit agierenden Servicestelle umfasst folgende Aufgaben:- Öffentlichkeitsarbeit zum Förderprogramm, insbesondere bei der Zielgruppe Kommunen- Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbs "Kommunaler Klimaschutz"- Beratungs- und Serviceleistungen zum kommunalen Klimaschutz