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19.11.2010 | Energie, Klima- und Umweltschutz, Sanitär-Heizung-Klima

Ein Dorf – ein Nahwärmenetz

Das niedersächsische Dorf Malstedt hat sich in beispielhafter Geschlossenheit dazu entschieden, sich selbst mit Wärme aus einer Biogasanlage zu versorgen. Das nachhaltige Energiekonzept setzt auf die Biomasseversorgung durch lokale Landwirte und versorgt insgesamt 58 Haushalte und Unternehmen mit Wärme. Dafür wurden drei Blockheizkraftwerke, ein Spitzenlastkessel sowie mehr als vier Kilometer vorisolierte flexible Rohrsysteme zu einem zukunftssicheren Nahwärmenetz verbunden.

Der Bau der Biogasanlage am Ortsrand von Malstedt amortisiert sich - und die 58 angeschlossenen Haushalte und Unternehmen profitieren dauerhaft von deutlich geringeren Heizkosten. (Foto: Thermaflex Isolierprodukte GmbH)

Malstedt - ein zukunftsorientierter Ort mit Tradition

Das beschauliche Malstedt ist ein Ortsteil der Gemeinde Deinstedt im niedersächsischen Landkreis Rothenburg (Wümme). Schon im Mittelalter bekannt für seine klösterliche Mühle, wird das Dorf bereits 1132 in den Registern des Erzbistums Bremen erwähnt. Die Landschaft ist geprägt von Wäldern, Wiesen und Mooren. Verschiedene Seen und Flüsse liegen in unmittelbarer Umgebung. Quer durch den Ort schlängelt sich die Bever. Die knapp 300 Einwohner von Malstedt schätzen die ländliche Idylle und haben erkannt, dass sie sich diese vor allem dann bewahren können, wenn sie alle gemeinsam an einem Strang ziehen. So auch bei dem aktuellen Nahwärmenetz-Projekt, das erstmals im April 2009 öffentlich vorgestellt wurde.

 

Die Vorteile einer Biogasanlage

Den Initiatoren - vier ortsansässigen Landwirten - ging es vor allem darum, die Malstedter über die Biogasproduktion unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu machen und hierfür die regionalen landwirtschaftlichen Ressourcen zu nutzen. Da die Bewohner gleichzeitig von sinkenden Heizkosten profitieren, fiel es nicht schwer, ein breite Unterstützung für das Nahwärmenetz zu erhalten - zumal dank der nahezu CO2- neutralen Biogas-Produktion auch die Umwelt geschont wird.

Die eingesetzte Biomasse besteht vorwiegend aus speziell angebauten Pflanzen wie beispielsweise Mais und Gras sowie aus Gülle. Auf diese Weise können auch bislang ungenutzte Pflanzen ganz oder anteilig Verwendung finden. Die Nutzung regenerativer Energiequellen trägt zur Einsparung fossiler Brennstoffe bei, deren Vorräte begrenzt sind. Zudem kann Biogas auch als Treibstoff für entsprechend umgerüstete Kraftfahrzeuge sowie als Erdgasersatz verwendet werden. Als Nebenprodukt entsteht aus den Gärresten hochwertiger Dünger, der im Vergleich zu Gülle weniger geruchsintensiv und verträglicher beim Ausbringen ist.

Die Hauptfunktion der Anlage in Malstedt ist die Wärmeversorgung: Dafür stehen nach der Fertigstellung drei Heizkreisläufe bereit, die jeweils von einem Blockheizkraftwerk (BHKW) gespeist werden. Sollte das Potenzial der BHKWs temporär nicht ausreichen, steht ein Spitzenlastkessel für das gesamte Nahwärmnetz zur Verfügung. So ist sichergestellt, dass alle angeschlossenen Haushalt und Betriebe ganzjährig und bedarfsgerecht mit Wärme versorgt werden können.

Vom Erfolg überzeugt

Das Malstedt-Projekt ist insofern ungewöhnlich, als es den Initiatoren gelang, über 90 Prozent der Haushalte von der Sinnhaftigkeit und Zukunftssicherheit des Heizens mit Biogas zu überzeugen und so ein imposantes Nahwärmenetz zu realisieren. Die Planungsphase dauerte zwölf Monate, im August 2010 erfolgte dann der erste Spatenstich für das Wärmenetzwerk.

Die derzeit kreisweit größte Biogasanlage hat ihren Standort am Ortsrand und wird von 15 ortsansässigen Landwirten regelmäßig mit Biomasse versorgt. Das Blockheizkraftwerk, untergebracht in einer Scheune in der Dorfmitte, erzeugt aus dem gewonnenen Biogas kontinuierlich Wärme und Strom. Die angeschlossenen 58 Haushalte und Betriebe werden mit Wärme versorgt, die Heizkosten sinken um gut 30 Prozent. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und staatlich vergütet. Die Betreiber rechnen damit, dass sich die Gesamtinvestition schon nach recht kurzer Zeit amortisiert.

Damit das Nahwärmenetz dauerhaft sicher funktioniert und die Energieverluste während des Wärmetransports möglichst gering sind, kommt dem verwendeten Rohrsystem eine besondere Bedeutung zu. Um Zuverlässigkeit gewähren zu können, fiel die Entscheidung auf einen Partner, der über langjährige Erfahrungen in der Planung und im Bau von Rohrsystemen für Wärmenetze verfügt.

Die Thermaflex Isolierprodukte GmbH kann auf das vorisolierte flexible Kunststoffrohr-System Flexalen™ zurückgreifen, das korrosions-, druck- und temperaturbeständig ist und mit einer Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten überzeugt. Dank des umfangreichen Programms an Dimensionierungen, vorisolierten Formteilen und durchdachtem Zubehör ist die Montage komplexer Rohrsysteme mit vergleichsweise wenigen Anschlüssen und in kurzer Zeit möglich. In Malstedt werden mit Fertigstellung des dritten Heizkreises, geplant im Dezember 2010, insgesamt 4.200 Meter vorisolierte flexible Flexalen-Leitungen als Einzel- oder Doppelrohre in einem hochmodernen Nahwärme-Netz verbaut worden sein.

Seit 1976 für die Umwelt

Die richtungsweisenden Rohrisolierungsprodukte von Thermaflex bewähren sich seit über 30 Jahren auf dem Weltmarkt. Bereits 1990 wurde mit der Entwicklung FCKW-freier Schäume ein Meilenstein in der Produktion erreicht, lange bevor die europäische Gesetzgebung derartige Treibgase verboten hat.

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