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29.06.2010 | Klima- und Umweltschutz, Stadtplanung, Verwaltungsmodernisierung

Siemens veröffentlicht Studie "IKT für Städtemanagement"

Mit IKT können Städte, Bürger und Unternehmen ihren urbanen Lebensraum aktiv und nachhaltig gestalten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind lebensnotwendig für Städte geworden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Nutzung von IKT für das Städtemanagement. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von Siemens IT Solutions and Services.

Der Studie zufolge tragen IKT inzwischen erheblich zur Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt bei und schaffen neue Lösungsmöglichkeiten, um die dringendsten Aufgaben zu bewältigen. Dazu zählen Themen wie Verkehrssteuerung, Umweltschutz oder die Optimierung der städtischen Infrastruktur. Durch moderne IKT können zudem Bürger aktiv an der Entwicklung von Lösungen mitwirken, um diese urbanen Herausforderungen zu meistern. An der Befragung nahmen nahezu 2.800 Bürger und Vertreter von Behörden sowie Unternehmen aus 15 Städten in zwölf Ländern teil. Die Ergebnisse werden erstmals auf dem World Cities Summit in Singapur am 28. Juni 2010 präsentiert.

Wettbewerbsfähigkeit und Umweltbewusstsein

Die Studie "IKT für Städtemanagement" zeigt auf, dass eine gut ausgebaute Internet-Infrastruktur und Mitarbeiter der Stadtverwaltungen mit fundierten IT-Kompetenzen inzwischen unentbehrlich für die Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt sind. Rund 77 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ein verbessertes Breitbandnetz beträchtliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt hätte. Somit ist dies der wichtigste IKT-Faktor, um privatwirtschaftliche Investoren anzuziehen.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass sich IKT auf das Verhalten der Bürger und Unternehmen in puncto Umweltschutz auswirken können, wenn sie mehr Informationen über die Nutzung von Ressourcen wie Energie und Wasser erhalten. Weltweit gaben 74 Prozent der Bürger und 61 Prozent der Unternehmen an, dass sich ihre Verbrauchsmuster ändern würden, hätten sie genauere Daten über ihren eigenen Verbrauch vorliegen. Gleichzeitig ergänzten sie, dass zusätzliche finanzielle Anreize gegeben sein müssten, um ein umweltfreundliches Verhalten weiter zu fördern.

"Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse ist die Tatsache, dass die IKT für sämtliche Städte zur Grundversorgung zählen - wie Wasser oder Strom", sagte Klaus Heidinger, Leiter des globalen Kompetenzzentrums für City Management bei Siemens IT Solutions and Services in Singapur. "Die Studie zeigt auch auf, dass ein erhebliches Potenzial für aufstrebende Technologien wie Smart Grid vorhanden ist. Smart Grid wird Verbraucher - Bürger und Unternehmen - in die Lage versetzen, ihren Stromverbrauch zu optimieren, und somit die Energieeffizienz insgesamt verbessern. Als einer der weltweit führenden Infrastrukturanbieter ist Siemens einzigartig aufgestellt, um Städte dabei zu unterstützen, den Herausforderungen bei der nachhaltigen urbanen Entwicklung zu begegnen. Siemens versorgt Städte nicht nur mit Infrastruktur, sondern kann darüber hinaus intelligente IKT-Lösungen in die gesamte städtische Infrastruktur integrieren - vom öffentlichen Personennahverkehr bis hin zur öffentlichen Sicherheit", sagte Klaus Heidinger.

Einbeziehung von Bürgern und Unternehmen

Darüber hinaus geht aus der Studie hervor, dass Unternehmen und Bürger gleichermaßen EGovernment- Initiativen als Chance für einen besseren Dialog mit ihrer Stadtverwaltung betrachten. Über 89 Prozent der Unternehmen erwarteten sich durch IKT vor allem mehr Effizienz bei der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen. Die Bürger waren der Meinung, dass sich E-Government- Initiativen positiv auf ihre Lebensqualität auswirken würden.

Auch wenn die Vorteile von E-Government-Initiativen offensichtlich sind, sehen alle Beteiligten unterschiedliche Hürden bei deren praktischer Umsetzung. Die Unternehmen führten an, dass die öffentliche Verwaltung mehr Dienstleistungen als Online-Services anbieten sollten. Die Mehrzahl der befragten Bürger hingegen wünschte sich eine schnellere Reaktion seitens der Behörden auf ihr Online-Feedback. Demgegenüber nannten die Behörden als eine der größten Herausforderungen bei E-Government die generelle Zurückhaltung der Bürger bei der Nutzung von Online-Services.

Insgesamt betrachtet können E-Government-Initiativen Städten einen erheblichen Mehrwert bringen. Um hier den größtmöglichen Nutzen zu erzielen, müssen alle Beteiligten eng zusammenarbeiten.

Motivation der Bürger zur Entwicklung städtischer Lösungen

Ein Trend, den die Studie identifiziert hat, ist die steigende Zahl von unterschiedlichen Anwendungen für mobile Endgeräte: Dafür nutzen die Bürger vermehrt Daten aus offiziellen Quellen, Videos und sonstige Informationen und entwickeln daraus neue Smartphone- und andere mobile Anwendungen. Diese helfen, das Leben in der Stadt zu erleichtern und schöner zu machen. Die Behörden sollten sich deshalb näher damit befassen, wie sie mittels IKT ihre Bürger an der Gestaltung ihrer Städte aktiv beteiligen können.

So hat beispielsweise ein iPhone-Benutzer in New York City auf Grundlage einer behördlichen Zählung von mehr als einer Million Bäume ein App entwickelt, das es anderen iPhone-Benutzern ermöglicht, Größe und Art jedes beliebigen Baumes zu erfahren, indem sie ihre iPhone auf einen Baum richten und das App starten. In der Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon haben städtische Behörden einen Wettbewerb mit dem Titel "CivicApps" veranstaltet. Hier wurden die Einwohner aufgerufen, aus vorhandenen Informationen zu Parks, Verkehrsnetz oder Baugenehmigungen Applikationen für ihre Mitbürger zu entwickeln.

Details zur Studie

Die Studie "IKT für Städtemanagement" wurde von der EIU von März bis April dieses Jahres durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 240 Behördenvertreter, 2.250 Bürger und 300 leitende Angestellte von Unternehmen in 15 Städten in zwölf Ländern: Abu Dhabi, Berlin, Buenos Aires, Delhi, Dubai, Istanbul, Kopenhagen, London, Madrid, München, Mumbai, New York, Shanghai, Singapur und Wien. Die Ergebnisse der Studie werden heute auf dem World Cities Summit in Singapur präsentiert und sind auf folgender Website zu finden: www.siemens.com/city-of-the-future

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