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12.03.2008 | Klima- und Umweltschutz

RisiKA – Internationaler Kongress + Fachmesse zu Krisenmanagement von Naturereignissen

Das Kongressprogramm der RisiKA liegt nun vor: Vom 10. bis 11. April 2008 können sich Interessierte im Kongresszentrum Karlsruhe zum Thema Krisenmanagement von Naturereignissen in 28 hochqualifizierten Fachvorträgen ausgiebig informieren.

Im Rahmen der Eröffnung referiert Professor Dr. Jochen Zschau vom GeoForschungsZentrum Potsdam über "Naturrisiken in globalem Wandel - das Beispiel Erdbeben". Und Christoph Unger, Bundesamt für Bevölkerungsschutz, spricht zu "Neue Risiken erfordern neue Strategien - der gesamtgesellschaftliche Ansatz im Bevölkerungsschutz".
Der Kongress unterteilt sich in die vier Foren Naturkatastrophen, Vorsorge, Einsatzmanagement und Unternehmenssicherheit.

Forum 1 - Naturkatastrophen
Wie lassen sich Risiken durch Naturereignisse berechnen? Und wie können die geologischen und meteorologischen Risiken reduziert werden? Im "Forum 1 - Naturkatastrophen" werden Risikoanalysen von Erdbeben, Stürmen und Hochwasser in Deutschland präsentiert. Als konkreter Fall wird die Multirisikoanalyse am Beispiel Sachsens vorgestellt. Darüber hinaus wird über Werkzeuge für die Planung und den operationellen Einsatz im Hochwasserrisikomanagement referiert. Dieses beinhaltet neben technischen Schutzmaßnahmen wie Deichen und Schutzmauern sowie die Maßnahmen der Hochwasservorsorge, beispielsweise die adäquate Bauweise oder das Freihalten von Überschwemmungsgebieten, nun auch zunehmend Simulationssysteme, die eine Beurteilung der Gefährdungssituation durch Hochwasser ermöglichen.

Forum 2 - Vorsorge
Naturereignisse werden vor allem dann zu Naturkatastrophen, wenn man unzureichend auf die Situation eingestellt ist, die notwendige technische Ausrüstung fehlt und Führungskräfte sowie Mitarbeiter kein ausreichendes Praxistraining erhalten haben. Die Frage ist nicht nur, wie man drohende Gefahren erkennt, sondern auch wie man derartige Naturereignisse durch richtiges Verhalten begrenzt, sprich die Zahl der Opfer senkt und materielle Schäden verringert. Das "Forum 2 - Vorsorge" befasst sich mit Krisenmanagementübungen und setzt hierbei den Fokus auf gesundheitlichen Bevölkerungsschutz, kritische Infrastrukturunternehmen sowie die Schutzmaßnahmen für den Tourismus.
Wie Krisenmanagement im Falle einer Pandemie funktionieren kann, zeigt der Erfahrungsbericht LÜKEX 07 (Länderübergreifendes Krisenmanagement Exercise). In der Krisenmanagementübung LÜKEX 07 mit bundesweit rund 3.000 Beteiligten wurden am 07. und 08. November 2007 die Zusammenarbeit des öffentlichen und privaten Gesundheitswesens, der polizeilichen und nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) sowie der Einbindung privater Unternehmen und Organisationen zum effektiven Schutz der Gesellschaft im Fall einer Influenza-Pandemie, die sich erheblich auf Staat und Gesellschaft auswirken würde, simuliert.
Die Pandemie-Vorsorge als gesamtgesellschaftliche Aufgabe konnte damit in das Bewusstsein aller Akteure gerufen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die weitere Optimierung des gemeinsamen Krisenmanagements und der Pandemievorsorge einfließen.

Forum 3 - Einsatzmanagement
Das "Forum 3 - Einsatzmanagement" behandelt Themen rund um die Einsatzplanung und -leitung sowie die technischen Hilfsmittel. So informiert THW-Präsident Albrecht Broemme über Planungen und Erfahrungen des THW bei Großschadenslagen. Da ein grenzüberschreitendes Management von Naturereignissen häufig notwendig ist, erweist sich die Zusammenarbeit von IT-Systemen und IT-Diensten als ausschlaggebend für eine effektive und schnelle Reaktion auf Naturkatastrophen. Das Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung stellt in diesem Zusammenhang das europäische Forschungsprojekt ORCHESTRA vor, das auf grundlegenden Standards basiert und technologieneutral die Einbindung in unterschiedliche Dienste-Plattformen sichert. Diese Software-Architektur findet bereits in vielen europäischen Umwelt- und Katastrophenschutzbehörden sowie in Forschungszentren der EU-Kommission erfolgreich Anwendung.
Für Unfälle mit chemischen Produkten wird das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) der deutschen chemischen Industrie vorgestellt. Von der Telefonberatung durch die Besetzung von Leitstellen, über die Beratung und die technische Hilfe am Unfallort stehen Experten mit ihren Spezialkenntnissen von ca. 130 TUIS-Mitgliedsunternehmen rund um die Uhr zur Gefahrenabwehr und Schadensbegrenzung bereit.
Ein besonderes Highlight ist der Vortrag von Chris Arculeo, London Fire Bridge, der den Einsatz anlässlich des Terroranschlags auf das Londoner U-Bahn-Netz am 07.07.2005 geleitet hat und die Normalität in der Metropole schnell wiederherstellen konnte. Seine Erfahrungen lassen sich auch auf die Vorgehensweise bei Naturereignissen übertragen.

Forum 4 - Unternehmenssicherheit
Naturereignisse können je nach Ausmaß die Existenz von Unternehmen mittelbar oder unmittelbar gefährden. Aus diesem Grund ist es für Führungskräfte und ihre Mitarbeiter wichtig, mögliche Risiken zu erkennen, Krisenpotenziale zu antizipieren und diesen aktiv durch die Schaffung von Infrastrukturen und die Schulung von Mitarbeitern vorzubeugen. Das "Forum 4 - Unternehmenssicherheit" setzt sich intensiv mit diesem Themenkomplex auseinander. Auf dem Programm stehen Basis- und Spezialschutzkonzepte für Unternehmen Kritischer Infrastrukturen wie Transport und Verkehr, Energie oder Telekommunikation und Informationstechnik. Speziell auf ihre Branche gehen dabei Vertreter der Deutschen Telekom und der EnBW ein. Aber auch das aktuelle Thema der Pandemie wird angesprochen, denn für die Weltgesundheitsorganisation ist der Ausbruch einer Grippe-Pandemie nur eine Frage der Zeit. Experten rechnen in diesem Fall damit, dass rund 30 % der Arbeitnehmer ausfallen würden. Im Forum 4 werden die aktuellen Entwicklungen der Influenza-Pandemie und ihre Konsequenzen für die Unternehmen sowie ein konkreter Pandemievorsorgeplan von der TUI AG vorgestellt.

Fachausstellung zum Kongress
Begleitend zum Kongress findet auch eine Fachausstellung statt, auf der sich u. a. das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Dräger Safety, das Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung, das Institut für Angewandte Forschung Fakultät für Geomatik, das Koordinierungsbüro Geotechnologien, PSI Transcom und Roche Pharma präsentieren. PSI Transcom zeigt ein integriertes Monitoring- und Leitsystem zum Natur- und Umweltkatastrophenschutz. Es informiert automatisch Verantwortliche direkt über Gefahrensituationen und nutzt hierfür unterschiedliche Kommunikationskanäle. Eine schnelle, übersichtliche Datenaufbereitung aller entscheidungsrelevanten Daten wird redundant und ausfallsicher bereit gestellt und ermöglicht schnelles Handeln. Wie man den Überblick bei Großschadensereignissen rasch gewinnt, ohne Detailprobleme zu übersehen, zeigt der digitale Lagetisch, den das Fraunhofer-Institut vorstellt. Die großflächige Lageansicht mit flexibel fokussierbaren Detailansichten mittels Fovea-Tabletts ermöglichen rasche gemeinsame Entscheidungen unter Zeitdruck.

Weitere Informationen zu dem Kongress sowie den Teilnahmebedingungen finden Interessierte auf der Homepage
www.risi-ka.de.

Bei Anmeldungen bis zum 14.03.2008 wird ein Frühbucherrabatt gewährt. Preisübersicht Kongress RisiKA: Ticketpreis Private Wirtschaft: 395,00 Euro Frühbucherrabatt Private Wirtschaft bis 14.03.2008: 20,00 Euro
Diese Tickets sind für beide Kongresstage und den Besuch der fachbegleitenden Ausstellung gültig. Im Ticketpreis der Privaten Wirtschaft ist die Teilnahme am Get-Together bereits inbegriffen.


Die kostenfreie Eintrittslegitimation für die Öffentliche Hand und Hilfsorganisationen erfolgt durch Vorlage des Dienstausweises an der Tageskasse.

Tagesticket Private Wirtschaft, 10.04.2008 (inkl. Get-Together): 270,00 Euro Tagesticket Private Wirtschaft, 11.04.2008: 220,00 Euro